Aus der Krise wachsen: Von der Panikzone in die Wachstumszone

Ich habe lange gebraucht um einen Coaching-Impuls zu spüren in diesen schwierigen Zeiten der Pandemie. Der Zeitpunkt war noch nicht der richtige.

Wie ich auch schon letzte Woche in der Podcastfolge #34 beschrieben habe, ich habe aktuell selber an vielem zu knabbern. Doch langsam komme ich raus aus der Schockstarre, schaffe mir neue Routinen im Home Office, gestalte meine Zoom-Konferenzen effizienter und vernetze mich mit Likeminds fast so wie vorher auch in regelmäßigen Abständen.

Von der Panikzone ins Wachstum

Es gibt ein Schaubild, was gerade im Netz geteilt wird, leider sind die Quellenangaben etwas irreführend, hier eine mögliche Quelle. Es ist die Darstellung von drei Phasen und der Frage: "Was für eine Art Mensch möchtest du sein, in Zeiten von Covid-19?" Eine ziemliche pathetische Frage, aber es ist einiges dran. Wenn ich mich an die Erzählung der Krisenzeiten erinnere, die mir mein Großvater mitgegeben hat, geht es uns vergleichsweise ok. Auch wenn sich Krieg nicht mit der Corona-Krise vergleichen lässt, so ist doch die Frage; wie gelingt es uns mit den Einschränkungen und der Angst umzugehen, die mit der Ausbreitung eines unsichtbaren Feindes, der töten kann, verbunden ist?

Das folgende Schaubild zeigt sehr gut, wie stark uns die eigenen Sorgen, Ängste und das ständige Kreisen der Gedanken darum beeinflussen können. Nach nun drei Wochen Social Distancing und #wirbleibenzuhause, ist es Zeit, unser Denken und Verhalten zu hinterfragen.  Hier das Schaubild

Die Panikzone

Zuerst finden wir uns in einer Krise in einem Zustand der aufsteigenden Angst, die sich bis zur Panik steigern kann. Bei mir war das der Schock über den abrupten Verlust meines größten Projektes und dem damit verbundenen finanziellen Schaden, der gerade bei der Ungewissheit über den Stand der aktuellen Wirtschaft, sehr unangenehm war. Bei Menschen führen diese Art von existenziellen Verlustängsten und ganz einfach die Angst zu sterben zu Hamsterkäufen, Überforderung, dem Drang alle Nachrichten zu konsumieren und vielen inneren Dialogen: "Wie soll ich das nur aushalten?". Nach anfänglicher Panik können Menschen in dieser Zone dazu neigen, die Schuld bei anderen zu suchen und sich als Opfer wahrzunehmen: "Ich bin das Opfer, wer ist schuld daran!?". Diese Phase gilt es schnellstmöglich hinter sich zu lassen.

Die Lernzone

Nachdem ich wirklich alle News, Talkshows und wissenschaftliche Artikel zu Pandemien und der Basisreproduktionszahl R0 gelesen hatte, konsumierte ich nur noch gezielt Nachrichten oder gar keine mehr. Die eine oder andere Ansprache und für mich als selbstständiger Unternehmer wichtig: alle Infos zur Corona-Soforthilfe. Ich fing wieder an meine Zeit sinnvoll zu nutzen, zu planen und führte meine Routinen ein wie Yoga am Morgen und gutes selbstgekochtes Essen. Menschen in der Lernzone schaffen es den Drang, nach Kontrolle aufzugeben und ein Stück weiter loszulassen. "In dieser schweren Zeit tut jeder sein Bestes." Dies ist ein Gedanke, der wieder Verbindung schafft untereinander. Es werden wieder neue Möglichkeiten gesehen.

Die Wachstumszone

In der letzten Zone geht es darum den neu gefundenen Mut zu nutzen und damit zu wachsen. Bei mir startete die Wachstumsphase in der letzten Woche, als die Corona-Soforthilfe auf meinem Konto einging. Ich habe eine wirkliche Erleichterung gespürt und neue Kraft und Energie gefunden weiter zu machen. Mit der spontanen Idee, Masken zu nähen für den Freundeskreis und die Familie und damit das Projekt für Berliner Obdachlose von bUm zu unterstützen, bin ich dann endgültig aus dem negativen Strudel der Panik entkommen. Menschen in der Wachstumszone übernehmen Kontrolle über ihre Gedanken und erkennen ihren eigenen Handlungsspielraum. Es geht darum kleine Schritte nach vorne zu machen und im Hier und Jetzt zu leben.

Und? Bin ich jetzt geheilt? Nie wieder Angst? Nein, das glaube ich nicht. Ich glaube, es wird Rückfälle geben in die unteren Zonen. Doch diese lehrreiche Erfahrung hat mich mal wieder etwas weiter gebracht, mich gestärkt und auch mit Menschen verbunden, die sich auch rausgekämpft haben. Das macht Mut, auch für bevorstehende Kämpfe. Viel Erfolg dir dabei!

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