Podcast Folge #14

Mythos III: Führung. Mächtige Autorität oder reines Mindset?

Wenn wir über Führung und Führungskräfte nachdenken, dann tauchen oft Assoziationen auf wie Macht, Erfolg, Status und Privilegien. Dabei hat das Prinzip Führung nichts mit alledem zu tun. Führungskraft sein ist eine Einstellung. Die Einstellung dazu Verantwortung zu übernehmen.

Nach Hunderten Workshops und Coachings, nach zahlreichen Meetups und Podcasts mit Geschäftsführer*innen, habe ich unzählige Tools und Fragestellungen zum Thema Leadership kennengelernt. Doch heute möchte ich vor allem Christopher Averys Zugang zum Führungsbegriff vorstellen. Sein Ansatz beschreibt die Zustände und die Evolution eines Mindsets, das die Bewältigung von Problemen mit der Übernahme von Verantwortung im Sinne der Selbstermächtigung beleuchtet.

Der Responsibility Process

Für Christopher Avery, der aus der agilen Produktentwicklung kommt, liegt der Fokus für die Lösung von Problemen, allerdings nicht so sehr auf der Fähigkeit Probleme im Außen zu lösen, sondern um die innere Einstellung. Es ist also laut Avery die Art und Weise, wie Führungskräfte Verantwortung übernehmen, an denen man sie messen sollte. Nicht an ihren Statussymbolen, ihrem Gehaltscheck oder der Anzahl ihrer Mitarbeiter*innen. Hier die detaillierte Übersicht des Responsibility Process:

1. VERLEUGNUNG

Ignorieren der Existenz eines Problems.

2. BESCHULDIGUNG

Andere für Fehler verantwortlich machen.

3. RECHTFERTIGUNG

Mit Ausreden und Entschuldigungen die Umstände verantwortlich machen.

4. SCHAM

Schuld auf sich selbst legen, sich verurteilen, Scham empfinden.

5. VERPFLICHTUNG

Obligatorisch tun, was man tun muss, statt zu tun, was man tun will.

6. VERANTWORTUNG

Sich die Situation zu eigen machen, ermächtigt sein um zu erschaffen.

Wie gelingt einem der Übergang?

Bleibt eine Person in einem dieser mentalen Zustände stecken, helfen laut Avery drei Schlüssel um sich aus diesem zu lösen: die klare Absicht, die volle Aufmerksamkeit, und die Courage, sich dem Problem zu stellen. Als Führungskraft an diesen Zuständen zu arbeiten, sollte als Akt der Weiterentwicklung verstanden werden. Keiner Chefin bringt es etwas, die Schuld auf andere zu schieben oder es gar zu verleugnen. Sich in Entscheidungsprozessen hinterfragen zu können und ehrlich zu sein.

Konzentration ist eine Sache des Trainings

Deine innere Stimme sitzt als Krähe oft auf deiner Schulter. Höre sie dir an, schreibe dir dazu deine Gedanken auf. Ich empfehle dir auf diesem Weg auf jeden Fall das Journaling. Deinen Prozess zu tracken macht eine spätere Reflexion möglich. Oftmas vergessen wir nämlich Gedankengänge und positive Entwicklungen und hören nur wieder auf diesen krächzenden Vogel der links neben uns sitzt.
Werkzeuge und ein gut gefüllter Methodenkoffer, wie du in meinen Podcasts und Artikeln eventuell schon gehört hast, helfen. Ein Coaching kann genauso fruchtbar sein. Aber am Ende stehst du in deiner Verantwortung und solltest du die Schwelle selbst übertreten.

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